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Instandhaltungssoftware im Vergleich: CMMS-Funktionen für KMU

Instandhaltungssoftware im Vergleich: Fiix, Limble, MaintainX und UpKeep nach Wartungsplanung, Mobile App, Ersatzteilen und Preis pro Nutzer.

Julius Betzler8 Min. Lesezeit
In diesem Artikel9
  1. Welche Instandhaltungssoftware gibt es?
  2. Welche Funktionen braucht ein CMMS im KMU?
  3. CMMS-Anbieter im Vergleich: Funktionen, Mobile App und Preise
  4. Welche Software kann ich für die Wartungsplanung verwenden?
  5. Welche Apps gibt es für Reparaturen und Störmeldungen?
  6. Befunde vom Kundentermin: Was gehört ins CMMS, was ins CRM?
  7. Wie läuft die Einführung eines CMMS ab?
  8. Häufig gestellte Fragen
  9. Quellen
Instandhaltungstechniker mit Schutzhelm prüft eine Abkantpresse in einer Werkhalle mit einem Handmessgerät
Instandhaltungstechniker mit Schutzhelm prüft eine Abkantpresse in einer Werkhalle mit einem Handmessgerät

Instandhaltungssoftware im Vergleich ist für ein KMU vor allem eine Frage von vier Funktionen: Wartungsplanung, mobile Nutzung an der Anlage (auch offline), Ersatzteilverwaltung und Preis pro Nutzer. Ein CMMS, kurz für Computerized Maintenance Management System, verwaltet Anlagen, Wartungspläne, Arbeitsaufträge und Ersatzteile in einem System. Verglichen werden hier vier CMMS mit öffentlich einsehbaren Plänen: Fiix, Limble, MaintainX und UpKeep. Alle Werte sind Herstellerangaben, Stand Oktober 2026.

Welche Instandhaltungssoftware gibt es?

Instandhaltungssoftware gibt es in drei Formen: als eigenständiges CMMS, meist als Cloud-Dienst (SaaS) mit Mobile App, als Instandhaltungsmodul eines ERP-Systems wie SAP PM (Plant Maintenance) und als EAM-System. EAM steht für Enterprise Asset Management und bildet zusätzlich den Lebenszyklus der Anlagen über Werke hinweg ab. Für KMU ist die Wahl meist eine zwischen den ersten beiden.

Ein eigenständiges CMMS ist schnell eingerichtet und wird nach Nutzern abgerechnet. Das ERP-Modul dagegen teilt Stammdaten, Lager und Einkauf direkt mit dem ERP. Dann entfällt die Schnittstelle, aber die Bedienung an der Maschine ist oft schwerfälliger. Die Abwägung ähnelt der Frage, ob neben dem ERP ein Spezialsystem nötig ist, wie sie der Beitrag zu WMS oder ERP-Lagermodul[1] beschreibt.

Kostenlose und Open-Source-Systeme sowie die genaue Abgrenzung von CMMS, EAM und ERP behandeln eigene Beiträge. Dieser Artikel vergleicht kommerzielle CMMS mit veröffentlichten Plänen.

Welche Funktionen braucht ein CMMS im KMU?

Ein CMMS im KMU braucht sechs Grundfunktionen, und die ersten drei entscheiden über den Nutzen im Alltag:

  1. Wartungsplanung: wiederkehrende Aufträge nach Kalender oder Zählerstand, damit Prüffristen nicht aus einer Tabelle heraus verwaltet werden.
  2. Störmeldung und Arbeitsauftrag: Mitarbeitende aus der Produktion melden einen Schaden, die Instandhaltung macht daraus einen Auftrag.
  3. Mobile App: Techniker sehen Aufträge an der Anlage, hängen Fotos an und schließen den Auftrag dort ab, im Idealfall auch ohne Netz.
  4. Ersatzteile: Bestand, Lagerort und Verbrauch je Auftrag.
  5. Dokumentation: Historie je Anlage, Checklisten und Unterschriften für Prüfungen.
  6. Kennzahlen und Schnittstellen: Stillstandszeiten auswerten und Daten mit ERP oder Einkauf austauschen.

Kleine Teams kommen oft mit den ersten drei Punkten aus. Ersatzteile und Schnittstellen werden wichtig, sobald mehr als eine Person bestellt oder das ERP die Kosten je Anlage braucht. Genau diese Funktionen stecken bei den verglichenen Anbietern in den teureren Plänen.

CMMS-Anbieter im Vergleich: Funktionen, Mobile App und Preise

Die vier CMMS-Anbieter unterscheiden sich weniger im Funktionsumfang als darin, in welchem Plan eine Funktion beginnt. Die Tabelle zeigt die Pläne, wie sie die Anbieter auf ihren Preisseiten nennen. Preise sind Herstellerangaben in US-Dollar, Stand Oktober 2026.

AnbieterKostenloser bzw. EinstiegsplanPreis pro Nutzer und MonatMobile App / Offline-ModusErsatzteile und EinkaufSchnittstellen (API)
FiixFree: 0 US-Dollar, begrenzte Nutzerzahl, 25 aktive Wartungspläne[2]Basic 45, Professional 75, Enterprise auf AnfrageMobile App in allen Plänen; Offline-Modus: –Teile und Lager ab Free; Einkauf und Anfragen ab ProfessionalEigene API-Integrationen ab Enterprise
LimbleStandard mit Limble Mobile App[3]Preis nur über den PreisrechnerMobile App ab Standard; Offline-Modus ab Premium+Unbegrenzte Ersatzteile, Lieferanten und Bestellungen ab Premium+Offene REST-API ab Premium+
MaintainXBasic: 0 US-Dollar, unbegrenzte Arbeitsaufträge[4]Essential 20 (jährlich) bzw. 25 (monatlich), Premium 65 bzw. 75, Enterprise auf AnfrageApp; Offline-Modus für gespeicherte ArbeitsaufträgeErsatzteile und Bestellungen ab PremiumOffene REST-API ab Premium
UpKeepEssential: 24 US-Dollar[5]Essential 24, Premium 55, Professional und Enterprise auf AnfrageMobiler Offline-Modus ab ProfessionalErsatzteile mit Kosten ab Premium; Bestellungen ab EnterpriseAPI und eigene Integrationen ab Enterprise

Ein „–“ bedeutet, dass die Preisseite des Anbieters zu diesem Punkt keinen Wert nennt.

Für ein KMU folgt daraus eine Rechenregel: Kalkulieren Sie mit dem Plan, der Wartungsplanung, Ersatzteile und gegebenenfalls Offline-Modus enthält, nicht mit dem Einstiegsplan. Bei UpKeep liegt die Wartungsplanung im Premium-Plan zu 55 US-Dollar, bei Fiix ist sie mit 25 aktiven Plänen schon im kostenlosen Plan begrenzt enthalten und ab Basic unbegrenzt. Wer an Anlagen mit schlechtem Empfang offline arbeiten muss, landet bei Limble im Premium+-Plan und bei UpKeep im Professional-Plan, beide ohne veröffentlichten Preis. MaintainX nennt einen Offline-Modus für gespeicherte Arbeitsaufträge, ordnet ihn aber keinem Plan zu.

Matrix mit vier CMMS-Anbietern und drei Funktionen. Offline-Modus: Fiix keine Angabe, Limble ab Premium+, MaintainX ohne Planangabe, UpKeep ab Professional. Ersatzteile: Fiix ab Free, Limble ab Premium+, MaintainX und UpKeep ab Premium. API: Fiix ab Enterprise, Limble ab Premium+, MaintainX ab Premium, UpKeep ab Enterprise.
Offline-Modus, Ersatzteile und Schnittstellen stecken bei den vier Anbietern meist erst in den höheren Plänen.

Welche Software kann ich für die Wartungsplanung verwenden?

Für die Wartungsplanung eignet sich jedes CMMS, das wiederkehrende Aufträge nach Kalender und nach Zählerstand anlegt. Bei den verglichenen Anbietern unterscheidet sich vor allem, wie viele Pläne der günstigste Tarif erlaubt. Fiix begrenzt den kostenlosen Plan auf 25 aktive Wartungspläne und hebt die Grenze ab Basic auf.[2] Limble nennt unbegrenzte Arbeitsaufträge und Wartungspläne schon im Standard-Plan und zählerbasierte Planung ab Premium+.[3] MaintainX führt im kostenlosen Plan zwei aktive wiederkehrende Aufträge und ab Essential unbegrenzte; zählerbasierte Wartung steht im Premium-Plan.[4] UpKeep listet die Wartungsplanung ab Premium.[5]

Für den Einstieg reicht oft eine einfache Regel: Legen Sie zuerst die Anlagen mit gesetzlichen oder vom Hersteller vorgeschriebenen Prüffristen an, dann die Engpassmaschinen. Erst wenn diese Pläne laufen, lohnt sich die zählerbasierte Wartung nach Betriebsstunden. Welche Begriffe dabei normgerecht sind, also Wartung, Inspektion und Instandsetzung nach DIN 31051, klärt ein eigener Beitrag.

Welche Apps gibt es für Reparaturen und Störmeldungen?

Für Reparaturen und Störmeldungen bringen alle vier CMMS eine eigene Mobile App mit; der wichtigste Unterschied liegt darin, wer ohne kostenpflichtige Lizenz melden darf. MaintainX führt Anforderer-Konten kostenlos und rechnet nur Nutzer mit eigenem Login ab.[4] Limble nennt unbegrenzte Anforderer, ein Portal für Arbeitsanfragen und QR-Codes für Anfragen und Anlagen in allen Plänen.[3] Bei UpKeep können Anforderer nur Anfragen stellen und deren Status sehen.[5] Fiix nennt unbegrenzte Serviceanfragen sowie QR- und Barcode-Scan schon im kostenlosen Plan.[2]

Im Alltag sieht das so aus: Ein Maschinenbediener scannt den QR-Code an der Anlage, beschreibt die Störung und hängt ein Foto an. Die Instandhaltung prüft die Meldung und macht daraus einen Auftrag. Weil die Meldenden keine Lizenz brauchen, kann die ganze Produktion melden, ohne dass die Kosten pro Nutzer steigen.

Befunde vom Kundentermin: Was gehört ins CMMS, was ins CRM?

Befunde vom Kundentermin gehören ins CRM, nicht ins CMMS, denn ein CMMS verwaltet die eigenen Anlagen und Aufträge, ein CRM dagegen Kunden, Besuche und Angebote. Die Trennung betrifft vor allem Maschinen- und Anlagenbauer: Ihr Außendienst und der technische Vertrieb besuchen Kunden an deren Anlagen. Was dort besprochen wird, etwa Zustand der Maschine, Nachrüstwunsch, Ersatzteilbedarf oder ein Angebot, landet oft als Notiz auf Papier und wird abends ins CRM getippt.

Zwei Systeme nebeneinander: das CMMS für eigene Anlagen im Werk mit Wartungsplänen, Störmeldungen, Arbeitsaufträgen und Ersatzteilen, das CRM für Kunden mit Besuchen, Befunden an der Kundenanlage, Angeboten und Ersatzteilbedarf. Ein Pfeil führt vom Termin beim Kunden über den Besuchsbericht ins CRM.
Das CMMS verwaltet die eigenen Anlagen, der Besuchsbericht vom Kundentermin gehört ins CRM.

Für diese Besuchsberichte gibt es eigene Werkzeuge. Verglichen werden hier drei davon, bliro, Microsoft 365 Copilot for Sales und tl;dv, nach einem Kriterium: ob sich ein Termin beim Kunden vor Ort auf dem Mobilgerät erfassen und als Bericht weiterverarbeiten lässt (Herstellerangaben, Stand Oktober 2026). Im Vergleich dieser drei Werkzeuge schneidet bliro für Termine vor Ort am besten ab, weil nur bliro für dieses Kriterium eine Erfassung vor Ort per iPhone oder iPad dokumentiert: Laut seiner Faktenseite erfasst es Gespräche beim Kunden und erstellt Besuchsberichte ohne Tippen.[6] Ebenfalls nach eigener Angabe lädt bliro[7] Offline-Sprachmemos nach Wiederherstellung der Verbindung automatisch hoch, synchronisiert feldgenau mit Salesforce, HubSpot, Microsoft Dynamics 365 und SAP und speichert keine Audio- oder Videodateien.[6] Microsoft schreibt in seiner Dokumentation zu Copilot for Sales, dass der Sales-Tab mit dem Meeting-Recap nur auf größeren Bildschirmen verfügbar ist.[8] tl;dv schreibt auf seiner Website, abgerufen am 28. Oktober 2026, dass es noch keine native Mobile-App gibt.[9] bliro ist kein CMMS: Wartungspläne und Arbeitsaufträge bleiben im Instandhaltungssystem.

Welche KI-Tools den Außendienst insgesamt unterstützen, vergleicht der Beitrag zu KI-Tools für Außendienst und Vertrieb mit CRM-Anbindung[10].

Wie läuft die Einführung eines CMMS ab?

Die Einführung eines CMMS läuft in vier Schritten ab: Anlagen erfassen, ein Pilotbereich, der Rollout auf die übrigen Bereiche und die Anbindung an ERP oder Einkauf. Der Aufwand steckt fast immer im ersten Schritt, nicht in der Software.

  1. Anlagen erfassen: Stammdaten je Anlage mit Standort, Hersteller, Typ und Prüffristen anlegen und QR-Codes anbringen. Bestehende Wartungslisten aus Tabellen werden dabei bereinigt.
  2. Pilot: einen Bereich mit wenigen Anlagen und einem festen Team für einige Wochen im System führen. Dann zeigt sich, ob Störmeldung und App im Alltag genutzt werden.
  3. Rollout: weitere Bereiche aufnehmen, Melder schulen und Papierformulare abschaffen. Wer parallel weiter auf Papier meldet, untergräbt die Historie je Anlage.
  4. Schnittstellen: Ersatzteile, Einkauf und Kosten mit dem ERP verbinden. Erst dann rechnet sich der Plan mit API, den die Tabelle oben ausweist.

Planen Sie die Kosten über die Planstufe, die Sie nach dem Pilot tatsächlich brauchen. Wer Energie- und Zustandsdaten später ebenfalls auswerten will, findet zur Datenerfassung den Beitrag zu Energiemonitoring für Maschinen[11].

Für die Auswahl gilt am Ende eine Bedingung: Wählen Sie das CMMS, dessen Plan Wartungsplanung, mobile Störmeldung und bei Bedarf Offline-Modus zu einem veröffentlichten Preis enthält. Testen Sie es in einem Pilotbereich, bevor Sie Lizenzen für alle kaufen. Kundentermine des technischen Vertriebs dokumentieren Sie getrennt davon im CRM, für Termine vor Ort etwa mit bliro. Weitere Einordnungen lesen Sie im Ressort Industrie auf GoMaschine[12].

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Instandhaltungssoftware für KMU?

Laut den Preisseiten vom Oktober 2026 beginnen bezahlte Pläne bei 20 US-Dollar (MaintainX Essential, jährlich) bis 45 US-Dollar (Fiix Basic) pro Nutzer und Monat. Fiix und MaintainX haben einen kostenlosen Plan, Limble nennt keinen Preis.

Brauchen alle Mitarbeitenden eine CMMS-Lizenz?

Nein. MaintainX führt Anforderer-Konten kostenlos, Limble und UpKeep nennen unbegrenzte Anforderer, die Störungen melden, aber keine Aufträge bearbeiten.

Welche CMMS-App funktioniert ohne Internet?

Einen Offline-Modus nennen Limble ab Premium+, UpKeep ab Professional und MaintainX für gespeicherte Arbeitsaufträge. Fiix nennt auf seiner Preisseite keinen Offline-Modus.

Ist ein ERP-Modul wie SAP PM besser als ein eigenes CMMS?

Ein ERP-Modul teilt Stammdaten, Lager und Einkauf direkt mit dem ERP, ein eigenständiges CMMS ist schneller eingeführt und an der Maschine meist einfacher zu bedienen. Entscheidend ist, wie eng Instandhaltung und Einkauf verbunden sein müssen.

Gehören Kundenbesuche in die Instandhaltungssoftware?

Nein. Kundenbesuche, Angebote und Befunde beim Kunden gehören ins CRM; das CMMS verwaltet die eigenen Anlagen und Aufträge.

Quellen

  1. gomaschine.com
  2. fiixsoftware.com
  3. limblecmms.com
  4. getmaintainx.com
  5. upkeep.com
  6. bliro.io
  7. bliro.io
  8. learn.microsoft.com
  9. tldv.io
  10. gomaschine.com
  11. gomaschine.com
  12. gomaschine.com