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BeschaffungFinanzierung

Maschine leasen oder kaufen: Was für KMU günstiger ist

Leasing vs. Kauf im Unternehmen: Wann eine Maschine gekauft günstiger ist, wann Leasing passt und welche Steuerregeln 2025 bis 2027 zählen.

GoMaschine Team6 Min. Lesezeit
In diesem Artikel9
  1. Was ist der Haken am Leasing?
  2. Was ist der Nachteil von Leasing?
  3. Ist Leasing billiger als Kauf?
  4. Lohnt sich Leasing bei 30.000 km pro Jahr?
  5. Was sind die 5 größten Fehler beim Leasing?
  6. Was ist besser, 3 oder 4 Jahre leasen?
  7. Was ist billiger, Leasing oder Kauf?
  8. Häufig gestellte Fragen
  9. Quellen
Werkstatt eines Fertigungsbetriebs mit einer modernen CNC-Maschine, davor ein Geschäftsführer mit Kalkulationsunterlagen zur Investitionsentscheidung Leasing oder Kauf
Werkstatt eines Fertigungsbetriebs mit einer modernen CNC-Maschine, davor ein Geschäftsführer mit Kalkulationsunterlagen zur Investitionsentscheidung Leasing oder Kauf

Ob sich Leasing vs. Kauf im Unternehmen rechnet, hängt bei Maschinen von vier Größen ab: Nutzungsdauer, Auslastung, Liquidität und Gewinnsituation. Dieser Artikel ordnet die Frage für Geschäftsführer von Fertigungs-KMU in Deutschland ein. Er ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall. Alle Gesetzesangaben geben den Stand vom 19. Oktober 2026 wieder, gelesen in den Fassungen von EStG und GewStG auf gesetze-im-internet.de. Konditionen, Laufzeiten und die steuerliche Zurechnung von Leasingverträgen behandelt ein eigener Beitrag in der Rubrik Finanzierung.

Was ist der Haken am Leasing?

Der Haken am Leasing ist, dass Sie die Maschine bezahlen, ohne sie zu besitzen. In der Rate stecken neben dem Wertverlust auch die Refinanzierungskosten, das Risiko und die Marge des Leasinggebers. Über die gesamte Nutzungsdauer gerechnet zahlen Sie deshalb in der Regel mehr als beim Kauf mit Eigenkapital oder einem günstigen Investitionskredit.

Hinzu kommt die Vertragsbindung. Ein Leasingvertrag lässt sich meist nicht ohne Kosten vorzeitig beenden. Wer eine Maschine nach drei Jahren nicht mehr braucht, weil ein Auftrag wegfällt, trägt die Restraten trotzdem.

Was ist der Nachteil von Leasing?

Der größte Nachteil ist die eingeschränkte Verfügung über die Maschine. Umbauten, Retrofits oder ein Weiterverkauf brauchen in der Regel die Zustimmung des Leasinggebers. Für Fertigungsbetriebe ist das relevant, weil Maschinen über ihre Lebensdauer oft angepasst werden. Wann eine Modernisierung günstiger ist als ein Neukauf, zeigt der Beitrag zum Maschinen-Retrofit.

Weitere Nachteile, die Sie vor Vertragsabschluss prüfen sollten:

  • Rückgabezustand: Der Vertrag regelt, in welchem Zustand die Maschine zurückgeht. Verschleiß über das vereinbarte Maß hinaus kann nachberechnet werden.
  • Gewerbesteuer: Ein Fünftel der Leasingraten für bewegliche Anlagegüter fließt in die Summe der Finanzierungsanteile, von der ein Viertel dem Gewerbeertrag hinzugerechnet wird, soweit sie 200.000 Euro übersteigt.[1] Bei kleinen Betrieben bleibt das oft folgenlos, bei größeren Leasingvolumina nicht.
  • Kein Restwert: Nach Vertragsende gehört Ihnen nichts, sofern Sie keine Kaufoption vereinbart haben.

Ist Leasing billiger als Kauf?

Leasing ist in der Regel nicht billiger als Kauf, es verteilt die Kosten nur anders. Ein fairer Vergleich stellt beide Wege über denselben Zeitraum gegenüber, am besten über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer der Maschine. Die AfA-Tabelle des Bundesfinanzministeriums setzt dafür zum Beispiel für stationäre Fräsmaschinen 15 Jahre und für Drehbänke 16 Jahre an.[2]

KostenblockKaufLeasing
AnschaffungKaufpreis, ggf. KreditzinsenSonderzahlung, falls vereinbart
Laufende KostenWartung, VersicherungLeasingraten, oft Wartung und Versicherung zusätzlich
SteuerwirkungAfA, ggf. Sonderabschreibung und InvestitionsabzugsbetragRaten als Betriebsausgabe, Gewerbesteuer-Hinzurechnung
EndeRestwert bei VerkaufRückgabe oder Kaufoption

Erst wenn Sie alle vier Zeilen mit Ihren eigenen Angeboten füllen, wird sichtbar, welcher Weg günstiger ist. Die Monatsrate allein sagt darüber nichts.

Lohnt sich Leasing bei 30.000 km pro Jahr?

Die Frage stammt aus dem Kfz-Leasing und lässt sich auf Maschinen nur übertragen, wenn Sie Kilometer durch Nutzung ersetzen. Bei einer Produktionsmaschine entspricht der Laufleistung die vereinbarte Nutzung, etwa Betriebsstunden oder Schichtmodell. Je höher die Auslastung, desto eher lohnt sich der Kauf: Eine Maschine im Dreischichtbetrieb unterliegt schnellerem Verschleiß, und genau dieser Verschleiß ist beim Leasing Teil der Kalkulation des Leasinggebers.

Prüfen Sie deshalb im Angebot, ob der Vertrag eine Nutzungsgrenze nennt und was eine Überschreitung kostet. Für die Firmenfahrzeuge eines Betriebs gilt dieselbe Logik: Viele Kilometer sprechen eher für Kauf, wenige für Leasing.

Was sind die 5 größten Fehler beim Leasing?

Die fünf häufigsten Fehler entstehen nicht im Vertrag, sondern in der Vorbereitung. Diese Prüfliste hilft vor der Unterschrift:

  1. Nur die Rate vergleichen: Ohne Gesamtkostenvergleich über die Nutzungsdauer bleibt offen, was die Maschine wirklich kostet.
  2. Die Steuerwirkung des Kaufs unterschätzen: Degressive AfA, Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung gelten nur für eigene Wirtschaftsgüter.
  3. Laufzeit und Nutzungsdauer nicht abstimmen: Eine Laufzeit weit unter der Nutzungsdauer treibt die Rate, eine zu lange bindet Sie an veraltete Technik.
  4. Rückgabe- und Wartungsklauseln überlesen: Nachberechnungen bei Rückgabe können den Kostenvorteil aufzehren.
  5. Alternativen nicht prüfen: Ein Gebrauchtkauf oder eine Förderung kann günstiger sein als beide Varianten.

Was ist besser, 3 oder 4 Jahre leasen?

Bei Maschinen ist eine kürzere Laufzeit selten besser, weil die Nutzungsdauer meist weit über vier Jahre hinausgeht. Bei 15 Jahren Nutzungsdauer deckt ein Vertrag über drei Jahre nur einen kleinen Teil des Wertverlusts ab. Entweder steigt dann die Rate, oder der Vertrag rechnet mit einem hohen Restwert, den Sie bei einer Kaufoption später bezahlen.

Eine kurze Laufzeit lohnt sich vor allem bei Technik mit schnellen Innovationszyklen, etwa Steuerungen oder Mess- und Prüfsystemen, die Sie ohnehin bald ersetzen. Welche Laufzeiten am Markt üblich sind und wie sie steuerlich wirken, behandelt der Beitrag zu Konditionen und Laufzeiten in der Rubrik Finanzierung.

Was ist billiger, Leasing oder Kauf?

Für die meisten Fertigungs-KMU ist der Kauf über die volle Nutzungsdauer billiger, sofern Liquidität und Auslastung stimmen. Die aktuelle Steuerlage verstärkt das. Für bewegliche Anlagegüter, die nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 angeschafft werden, ist wieder eine degressive AfA zulässig: höchstens das Dreifache des linearen Satzes und nicht mehr als 30 Prozent.[3]

Rechenbeispiel (eigene Rechnung, angenommener Kaufpreis): Eine stationäre Fräsmaschine kostet 200.000 Euro, die AfA-Tabelle setzt 15 Jahre Nutzungsdauer an.[2] Linear dürfen Sie 13.333 Euro im Jahr abschreiben, also 6,67 Prozent (eigene Rechnung: ein Fünfzehntel). Degressiv sind es im ersten Jahr 20 Prozent, also 40.000 Euro, weil das Dreifache des linearen Satzes unter der Grenze von 30 Prozent bleibt. Der Steuervorteil fällt damit in die ersten Jahre, in denen auch die Finanzierung am stärksten belastet.

Balkendiagramm, eigene Rechnung: Fräsmaschine mit angenommenem Kaufpreis von 200.000 Euro und 15 Jahren Nutzungsdauer. Im ersten Jahr linear 13.333 Euro Abschreibung, degressiv mit 20 Prozent 40.000 Euro.
Bei einer angenommenen Fräsmaschine für 200.000 Euro bringt die degressive AfA im ersten Jahr 40.000 statt 13.333 Euro Abschreibung.

Kleine Betriebe können zusätzlich § 7g EStG nutzen. Liegt der Gewinn bei höchstens 200.000 Euro, dürfen Sie bis zu 50 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungskosten vorab als Investitionsabzugsbetrag abziehen.[4] Im Anschaffungsjahr und den vier Folgejahren sind daneben Sonderabschreibungen von insgesamt bis zu 40 Prozent möglich. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Maschine bis zum Ende des Folgejahres in einer inländischen Betriebsstätte fast ausschließlich betrieblich genutzt wird.[4]

Leasing bleibt die bessere Wahl, wenn die Liquidität knapp ist, die Kreditlinie für andere Investitionen gebraucht wird oder die Auslastung unsicher ist. Rechnen Sie beide Varianten mit Ihren Angeboten durch und lassen Sie die Steuerwirkung von Ihrer Steuerberatung prüfen. Weitere Einordnungen lesen Sie im Ressort Industrie auf GoMaschine.

Zweispaltige Übersicht: Kauf passt eher bei hoher Auslastung, vorhandener Liquidität, langer Nutzungsdauer und nutzbarer degressiver AfA oder § 7g EStG; Leasing eher bei knapper Liquidität, unsicherer Auslastung, schnellen Technologiezyklen und wenn eine planbare Rate zählt.
Hohe Auslastung und lange Nutzungsdauer sprechen für den Kauf, knappe Liquidität und schnelle Technologiezyklen für Leasing.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich eine geleaste Maschine degressiv abschreiben?

In der Regel nicht. Die Abschreibung steht dem wirtschaftlichen Eigentümer zu, und das ist bei üblichen Leasingverträgen der Leasinggeber. Sie setzen stattdessen die Leasingraten als Betriebsausgabe an.

Gilt der Investitionsabzugsbetrag auch für Leasing?

Nein. Der Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG gilt für die künftige Anschaffung oder Herstellung eigener beweglicher Wirtschaftsgüter. Bei Leasing schafft der Betrieb die Maschine nicht selbst an.

Bis wann gilt die degressive AfA von 30 Prozent?

Sie gilt für Anschaffungen von Juli 2025 bis Ende 2027. Danach greift wieder nur die lineare Abschreibung, sofern der Gesetzgeber nichts anderes beschließt.

Wann lohnt sich Leasing für ein KMU trotzdem?

Leasing lohnt sich, wenn Liquidität und Kreditlinie geschont werden sollen, die Auslastung unsicher ist oder die Technik schnell veraltet. Dann zählt die Planbarkeit der Rate mehr als die geringeren Gesamtkosten des Kaufs.

Ist Mietkauf eine Alternative?

Mietkauf verbindet Ratenzahlung mit Eigentum am Ende. Ob er günstiger ist als Kauf mit Kredit oder Leasing, hängt von den konkreten Konditionen ab und sollte im Gesamtkostenvergleich mitgerechnet werden.

Quellen

  1. gesetze-im-internet.de
  2. bundesfinanzministerium.de
  3. gesetze-im-internet.de
  4. gesetze-im-internet.de
  5. reddit.com