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CNC-Drehmaschine kaufen: Bauarten, Ausstattung und Hersteller

CNC-Drehmaschine kaufen: welche Bauart zu welchem Werkstück passt, welche Ausstattung zählt, deutsche Hersteller und die Rolle von Steuerung und Programmierung.

GoMaschine Team8 Min. Lesezeit
In diesem Artikel9
  1. Welche Arten von Drehen gibt es?
  2. Was macht eine CNC-Maschine?
  3. Welche deutschen Drehmaschinenhersteller gibt es?
  4. Welche CNC-Programme gibt es?
  5. Gibt es ein kostenloses CNC-Drehen-Programm?
  6. Ist CNC programmieren schwer?
  7. Welche CNC-Drehmaschine ist die beste?
  8. Häufig gestellte Fragen
  9. Quellen
Blick in den hell erleuchteten Arbeitsraum einer modernen CNC-Drehmaschine, in dem ein Metallwerkstück von einem Werkzeugrevolver zerspant wird.
Blick in den hell erleuchteten Arbeitsraum einer modernen CNC-Drehmaschine, in dem ein Metallwerkstück von einem Werkzeugrevolver zerspant wird.

Eine CNC-Drehmaschine ist eine Werkzeugmaschine, bei der das Werkstück rotiert und eine computergestützte numerische Steuerung (Computerized Numerical Control, CNC) die Bewegungen der Werkzeuge nach einem Programm ausführt. Wer eine CNC-Drehmaschine kaufen will, vergleicht deshalb nicht Datenblätter im Allgemeinen, sondern Maschinen gegen das eigene Teilespektrum. Dieser Artikel ordnet Bauarten, Ausstattung, deutsche Hersteller und Programmierwege ein. Fräsmaschinen und 5-Achs-Zentren behandeln eigene Artikel.

Welche Arten von Drehen gibt es?

Drehen ist ein spanendes Fertigungsverfahren, das nach DIN 8580 zu den Trennverfahren zählt; die Unterteilung regelt DIN 8589-1, aktuell in der Ausgabe 2003-09.[1] Nach der Form der erzeugten Fläche unterscheidet die Fertigungstechnik der TU Dresden Runddrehen, Plandrehen, Schraubdrehen, Wälzdrehen, Unrunddrehen, Profildrehen und Formdrehen; nach der Vorschubrichtung wird zwischen Längs- und Plandrehen unterschieden.[2]

VerfahrenErzeugte FlächeTypisches Beispiel
Runddrehenzylindrische Außen- oder InnenflächeLagersitz einer Welle
Plandrehenebene Fläche senkrecht zur DrehachseStirnfläche eines Flansches
SchraubdrehenGewindeAußengewinde an einem Bolzen
ProfildrehenKontur, die das Werkzeugprofil abbildetEinstich für einen Sicherungsring
Formdrehenbeliebige Kontur über gesteuerte VorschubbewegungRadius und Kegel an einem Drehteil

Für den Kauf ist die Einteilung praktisch, weil sie zeigt, was die Maschine leisten muss. Formdrehen komplexer Konturen setzt eine Bahnsteuerung voraus, die mindestens zwei Achsen gleichzeitig verfährt. Gewinde verlangen eine mit der Spindeldrehung synchronisierte Vorschubachse. Beides können heutige CNC-Drehmaschinen, die Unterschiede liegen in Genauigkeit, Steifigkeit und Werkzeugausstattung.

Bauarten von CNC-Drehmaschinen

Die Bauart folgt dem Werkstück und der Stückzahl. Hersteller gliedern ihr Programm unterschiedlich; DMG MORI etwa nennt die Kategorien Universaldrehen, Drehfräsen und horizontales Produktionsdrehen, EMAG trennt seine Baureihen nach Futterteilen und Wellen (Herstellerangaben).

BauartGeeignet fürGrenze
Universal- oder ZyklendrehmaschineEinzelteile, Kleinserien, Ausbildungwenig Automatisierung
Dreh-FräszentrumKomplettbearbeitung mit Fräs- und Bohranteilhöherer Preis und Programmieraufwand
Produktionsdrehmaschine, horizontal oder vertikalgroße Stückzahlen von Futterteilen und WellenUmrüsten lohnt erst bei Serien
Langdrehautomatschlanke Stangenteile in hoher Stückzahlkleine Durchmesser
Entscheidungsweg vom Werkstück zur Bauart der CNC-Drehmaschine: Futterteile oder Wellen als Einzelteile und Kleinserien führen zur Universal- oder Zyklendrehmaschine, ein hoher Bohr- und Fräsanteil in einer Aufspannung zum Dreh-Fräszentrum, große Serien von Futterteilen oder Wellen zur Produktionsdrehmaschine und schlanke Stangenteile in hoher Stückzahl zum Langdrehautomaten. Redaktionelle Vereinfachung.
Teilespektrum und Stückzahl führen vereinfacht zu vier Bauarten, von der Universaldrehmaschine bis zum Langdrehautomaten.

Was macht eine CNC-Maschine?

Eine CNC-Maschine führt Bewegungen von Achsen, Spindeln und Werkzeugwechsel nach einem Programm aus, das Wege, Drehzahlen und Vorschübe als Zahlenwerte festlegt. In Deutschland regelt DIN 66025-1 „Programmaufbau für numerisch gesteuerte Arbeitsmaschinen; Allgemeines“, Ausgabe 1983-01.[3] Programme in diesem Format, oft DIN/ISO-Code genannt, bestehen aus Weg- und Schaltbefehlen, den G- und M-Befehlen.

An der Drehmaschine heißt das: Die Steuerung verfährt in der Grundausführung die X-Achse (Durchmesser) und die Z-Achse (Länge). Ausstattungen, die über das Drehen hinausgehen, erweitern das:

  • C-Achse: Die Hauptspindel wird positionierbar, sodass auf der Stirn- oder Mantelfläche gebohrt und gefräst werden kann.
  • Angetriebene Werkzeuge: Werkzeugplätze im Revolver mit eigenem Antrieb für Bohr- und Fräsoperationen.
  • Y-Achse: Fräsen außermittig zur Drehachse, etwa für Flächen und Nuten.
  • Gegenspindel: übernimmt das Teil zur Rückseitenbearbeitung, sodass es die Maschine fertig verlässt.
  • Stangenlader und Teileentnahme: Voraussetzung für mannlose Schichten.

Jede dieser Optionen kostet Geld und Programmierzeit. Sinnvoll ist sie nur, wenn sie einen Arbeitsgang auf einer anderen Maschine oder eine zweite Aufspannung einspart.

Welche deutschen Drehmaschinenhersteller gibt es?

Zu den deutschen Herstellern von CNC-Drehmaschinen zählen unter anderem INDEX mit der Marke TRAUB, EMAG, WEILER und DMG MORI; die Auswahl ist eine redaktionelle Übersicht, keine Rangliste. Der Markt ist exportgetrieben. Laut Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) lag die deutsche Werkzeugmaschinenproduktion 2025 bei 13.645 Millionen Euro, 8 Prozent unter dem Vorjahreswert von 14.795 Millionen Euro.[4] Davon entfielen 7.100 Millionen Euro auf spanende und abtragende Maschinen, nach 7.941 Millionen Euro im Jahr 2024.[4] Die Exportquote betrug 70,7 Prozent; das vierte Quartal ist geschätzt.[4] Die Tabelle gibt die Angaben auf den Websites der Hersteller zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.

HerstellerSitzSchwerpunkt Drehen (Herstellerangabe)
INDEX-Werke (Marken INDEX und TRAUB)EsslingenProduktionsdrehautomaten, Dreh-Fräszentren, TRAUB-Langdreher für Werkstücke bis 32 mm Durchmesser
EMAGauf der Startseite nicht genanntDrehmaschinen für Futterteile und Wellen, Baureihen MSC, USC/HSC, VL/VM, VT
WEILERStammwerk EmskirchenZyklengesteuerte Präzisions-Drehmaschinen und CNC-Drehmaschinen, auch für die Ausbildung
DMG MORIauf der Produktseite nicht genanntUniversaldrehen, Drehfräsen, horizontales Produktionsdrehen

Für den Einkauf wichtiger als die Herkunft ist das Servicenetz in Ihrer Region, die Lieferzeit für Ersatzteile und die Steuerung, mit der die Maschine ausgeliefert wird. Ein in Deutschland ansässiger Hersteller kann Service und Schulung näher am Standort bieten; dasselbe gilt für Händler internationaler Marken mit eigener Servicetechnik. Fragen Sie im Angebot nach Reaktionszeiten und nach der Zahl der Servicetechniker im Umkreis.

Balkendiagramm der deutschen Werkzeugmaschinenproduktion laut VDW: gesamt 14.795 Millionen Euro 2024 und 13.645 Millionen Euro 2025, minus 8 Prozent; spanende und abtragende Maschinen 7.941 Millionen Euro 2024 und 7.100 Millionen Euro 2025, minus 11 Prozent, hervorgehoben. Das vierte Quartal 2025 ist geschätzt.
Die deutsche Produktion spanender und abtragender Werkzeugmaschinen sank 2025 laut VDW um 11 Prozent auf 7.100 Mio. Euro, stärker als die Gesamtproduktion mit minus 8 Prozent.

Welche CNC-Programme gibt es?

Für CNC-Drehmaschinen gibt es drei Programmierwege: das Programm im DIN/ISO-Code, die dialoggeführte Programmierung mit Zyklen direkt an der Steuerung und die Programmerstellung im CAM-System am PC. Welcher Weg passt, hängt vom Teilespektrum und von der Steuerung ab; zu den bekannten Steuerungsherstellern zählen Siemens (SINUMERIK), HEIDENHAIN und FANUC.

ProgrammierwegSo funktioniert esPasst zu
DIN/ISO-Code (G-Code)Weg- und Schaltbefehle nach DIN 66025, von Hand geschrieben oder angepassteinfache Teile, Optimierung an der Maschine
Werkstattprogrammierung mit ZyklenSteuerung fragt Kontur und Technologiewerte im Dialog abEinzelteile und Kleinserien, Bediener programmiert selbst
CAM-SystemProgramm aus dem 3D-Modell, Ausgabe über Postprozessorkomplexe Dreh-Fräs-Teile, viele Varianten

Zyklengesteuerte Maschinen bieten laut WEILER „Bearbeitungsschritte, die Zyklen“, die die Metallbearbeitung erleichtern.[5] Das senkt die Einstiegshürde in Werkstätten ohne eigene Programmierabteilung. Bei Dreh-Fräszentren mit Gegenspindel und Y-Achse kommt dagegen kaum ein Betrieb ohne CAM und ohne passenden Postprozessor aus, der das Programm in die Sprache der jeweiligen Steuerung übersetzt.

Gibt es ein kostenloses CNC-Drehen-Programm?

Kostenlose Programme zum CNC-Drehen gibt es vor allem als Lern- und Simulationssoftware der Steuerungshersteller und als Open-Source-Steuerung; eine kostenlose Produktions-CAM-Lösung für Dreh-Fräszentren ist dagegen die Ausnahme. Drei Beispiele, Stand 26. Oktober 2026:

  • SinuTrain for SINUMERIK Operate (Siemens): Siemens bietet SinuTrain for SINUMERIK Operate in Version V4.95 (Edition 2) zum Download an, darunter ein Basic-Paket.[6] Lizenzpakete für Schüler, Studierende, Ausbildung und kommerzielle Vollversionen vertreibt Christiani. Ob und wofür das Basic-Paket kostenlos nutzbar ist, regeln die Lizenzbedingungen; prüfen Sie sie vor einem Einsatz im Betrieb.
  • DataPilot CP 640 (HEIDENHAIN): HEIDENHAIN führt eine Demo-Software des PC-Programmierplatzes für Drehmaschinen mit CNC PILOT 640 und MANUALplus 620 (ID 737139); Bezug und Konditionen klärt ein Anfrageformular.[7]
  • LinuxCNC: eine freie Steuerungssoftware unter GPL, die laut Projekt Fräsmaschinen, Drehmaschinen und weitere Maschinen steuert, aktuell in Version 2.9.10 vom 9. Juli 2026.[8] Sie richtet sich an Umbauten und Eigenbauten, nicht an die Programmierung einer gekauften Industriesteuerung.

Für den Kauf ist eine kostenlose Simulationsversion der Steuerung, die auf der Maschine läuft, nützlich: Ihre Mitarbeiter können Programme vorbereiten und die Bedienung lernen, bevor die Maschine geliefert wird.

Ist CNC programmieren schwer?

CNC-Programmieren ist erlernbar, verlangt aber Fertigungswissen: Wer Schnittdaten, Spannmittel und Werkzeuge nicht beurteilen kann, schreibt auch mit guter Software keine sicheren Programme. Die Grundlagen sind Teil der dualen Ausbildung. Zerspanungsmechanikerinnen und Zerspanungsmechaniker lernen laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in 42 Monaten unter anderem, Programme für numerisch gesteuerte Fertigungssysteme zu erstellen, zu optimieren und einzurichten; Drehmaschinensysteme sind eines der Einsatzgebiete.[9]

Der Schwierigkeitsgrad hängt am Programmierweg. Eine Kontur mit Dialogzyklen an einer zweiachsigen Drehmaschine ist nach einer Herstellerschulung für erfahrene Dreher gut zu bewältigen. Ein Dreh-Fräszentrum mit Gegenspindel, Y-Achse und Stangenlader dagegen verlangt Kenntnisse in CAM, Kollisionsprüfung und Prozesssicherheit. Planen Sie Schulungstage deshalb im Angebot mit, und fragen Sie, ob die Schulung auf der Steuerung Ihrer Maschine stattfindet.

Welche CNC-Drehmaschine ist die beste?

Die beste CNC-Drehmaschine ist die, die Ihr Teilespektrum in der geforderten Genauigkeit und Stückzahl am wirtschaftlichsten fertigt; eine allgemeingültige Rangliste gibt es nicht. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn Sie Ihre Anforderungen vorab festlegen und jeden Anbieter dieselben Punkte beantworten lassen:

KriteriumWas Sie festlegenWarum es zählt
Arbeitsraumgrößter Drehdurchmesser, Drehlänge, Stangendurchlassbegrenzt das Teilespektrum dauerhaft
SpindelLeistung, Drehmoment, DrehzahlbereichWerkstoff und Durchmesser bestimmen den Bedarf
WerkzeugeRevolverplätze, angetriebene Werkzeuge, Y-AchseKomplettbearbeitung statt zweiter Maschine
AutomatisierungGegenspindel, Stangenlader, Entnahme, Roboterschnittstellemannlose Schichten, Durchlaufzeit
SteuerungHersteller, Programmierweg, CAM-PostprozessorSchulungsaufwand und Programmierzeit
Genauigkeitgeforderte Toleranzen, Abnahme am eigenen PrüfteilHerstellerangaben gelten unter definierten Bedingungen
ServiceReaktionszeit, Ersatzteillager, SchulungAusfallkosten übersteigen oft den Preisunterschied

Zum Preis: Für CNC-Drehmaschinen gibt es keine verlässlichen Listenpreise, weil Ausstattung und Automatisierung den Betrag bestimmen; Angebote erhalten Sie projektbezogen. Ob sich Kauf, Leasing oder Mietkauf rechnet, zeigt der Vergleich in Maschine leasen oder kaufen. Ist eine Bestandsmaschine mechanisch noch gut, lohnt der Blick auf ein Retrofit der Steuerung; für Fräsarbeiten gelten eigene Kriterien, die CNC-Fräsmaschine für Metall kaufen behandelt. Wer Genauigkeit am eigenen Prüfteil abnimmt, findet Hintergrund zur Koordinatenmessmaschine.

Kaufen Sie, wenn Teilespektrum, Stückzahl und Programmierweg feststehen und mindestens zwei Angebote auf derselben Kriterienliste beruhen. Weitere Einordnungen finden Sie im Ressort Zerspanung und im Ressort Industrie auf GoMaschine.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer CNC-Drehmaschine und einem Drehzentrum?

Eine CNC-Drehmaschine dreht in der Grundausführung mit zwei Achsen. Ein Drehzentrum oder Dreh-Fräszentrum ergänzt angetriebene Werkzeuge, C-Achse und oft Y-Achse und Gegenspindel, sodass Bohr- und Fräsarbeiten in derselben Aufspannung möglich sind.

Lohnt sich eine gebrauchte CNC-Drehmaschine?

Eine gebrauchte Maschine kann sich lohnen, wenn Mechanik und Führungen in gutem Zustand sind und Ersatzteile für die Steuerung noch lieferbar sind. Lassen Sie den Zustand vor dem Kauf an einem Probeteil und anhand der Wartungshistorie prüfen.

Welche Steuerung ist für eine CNC-Drehmaschine üblich?

Zu den bekannten Steuerungsherstellern zählen Siemens, HEIDENHAIN und FANUC. Entscheidend ist, welche Steuerung Ihre Mitarbeiter bereits kennen und welche Ihr CAM-System per Postprozessor unterstützt.

Quellen

  1. dinmedia.de
  2. tu-dresden.de
  3. dinmedia.de
  4. vdw.de
  5. weiler.de
  6. siemens.com
  7. heidenhain.com
  8. linuxcnc.org
  9. bibb.de